[Interview] Mit dem “Daily” Christoph
Der 22-jährige Christoph Till produziert seit Juli 2006 den fast täglichen Daily Pod. Mit Musik und Themen aus dem aktullen Tagesgeschehen, dem Web und seinem Leben unterhält der 1986 noch in der ehemaligen DDR geborene Podcaster hunderte Hörer. Und das nicht nur in seinem Podcast, sondern auch bei 1000Mikes im Livestream. Schon als Kind war er vom Radio begeistert, und diese Begeisterung kann man noch heute spüren.
1. Wie und wann bist du auf die ersten Podcasts und auf Podcasting allgemein aufmerksam geworden?
Das war Ende 2005. Da hatte ich noch ein Modem und bin durch die Software Podspider aufs Podcasting aufmerksam geworden. Natürlich hab ich mit der obligatorischen Einstiegsdroge Annik Rubens angefangen.
2. Seit wann podcastest du?
Seit dem 1.April 2006. Ich wollte damals einen christlichen Podcast machen und mit Leuten über Themen, über die man mal diskutieren muss. Allerdings ist das leider ein bisschen in die Hose gegangen. Der Grund war: Es war halt on demand. Zwar ist die Sendung über einen Radiosender europaweit über Satellit ausgestrahlt worden, aber trotzdem gab es nur sehr wenig Feedback.
3. Mit welcher Technik hast du begonnen, und welche wird jetzt zum Podcasten eingesetzt?
Angefangen habe ich mit einem ganz normalen dynamischen Mikro und einem PC. Das war echt eine total miese Qualität. Jetzt hab ich ein Behringer SC 300 als Mikro, ein Behringer UB802 als Mischpult und einer externen Terratec Soundkarte. Dazu kommt noch ein Sony Vaio mit der Software CastBlaster.
4. Warum podcastest du?
Weil ich ein großer Talkradiofreak bin. Das ist das Format im Radio, was ich am liebsten höre. Deswegen hab ich mir überlegt: Ich mach sowas auch.
Und siehe da, jetzt podcaste ich.
5. Was bewegt dich immer wieder eine neue Folge zu veröffentlichen?
Das Daily in meinem Podcastnamen und die ständige Lust Radio zu machen.
6. Wie bewertest du „Podcasts” als Medium neben Zeitung, Radio & TV? Was muss noch verbessert werden, oder was hat Podcast, was die anderen nicht haben?
Also ich denke Podcasting hat definitiv ein großes Potenzial, ein ernstgenommenes Medium zu werden. Allerdings besteht immernoch das Problem, dass einige der Mainstreammedien nicht akzeptieren, dass wir als private Podcaster auch ernst zu nehmen sind. Im Juni dieses Jahres kam beispielsweise ein total böser Beitrag über mich im Deutschlandfunk, der behauptet, ich würde zum Senden immer am Main entlang laufen und über die Musikindustrie und die große Koalition ablästern. Es ist einfach noch nicht das Bewusstsein dafür da, dass auch der normale Bürger auch eine Stimme haben darf. Wir haben in Deutschland dieses Recht. Warum sollten wir es nicht nutzen?
Zu dem anderen Thema: Das große Problem beim Podcasting ist, dass es noch zu schwierig zu handhaben ist. Hat der Otto-Normalbürger den Billig MP3-Player vom Norma, muss er sich erstmal mit RSS-Feeds etc. auseinandersetzen. Der Einstieg ist also sehr schwierig. Außerdem fehlt mir leider der Livecharakter.
Vorteil ist definitiv der direkte Draht zum Producer. Ich selbst bin auch beim Radio und ich weiß, dass bevor man zum Moderator kommt man erstmal eine nette Dame am Telefon hat. Bei der Zeitung, für die ich ebenfalls schreibe, ist das genau so. Dort gibt es ein Lesertelefon oder die Möglichkeit, einen Leserbrief zu schreiben. Und ans Fernsehen kommt man erst gar nicht ran. Beim Podcasting ist man einfach an den Menschen dran und die Menschen sind an dir dran, weil sie in Form von Kommentaren direkt auf dich reagieren können. Du bekommst sozusagen entweder direkten Applaus oder direkte Buhrufe.
7. Du machst neben dem klassischem Podcasting ja auch noch live-on-air Sendungen bei 1000Mikes. Was ist der Unterschied zwischen den beiden Formen und was kommt bei den Hörern besser an?
Von der Hörerzahl her eher die Downloadepisoden, vom Feedback her die Liveepisoden. Wobei ich sagen muss, dass die Aufzeichnung meines Podcastes der Inhalt der Livesendung ist.
Ich mache praktisch beides parallel. Ich geh meistens 21 Uhr auf Sendung auf 1000Mikes und gleichzeitig produziere ich live den Podcast. Da ich schon immer alles spontan mit CastBlaster gemacht habe war es für mich keine große Umstellung. Das einzige, was hinzugekommen ist sind die Livekommentare und Call Ins.
Das ist definitiv ein großer Vorteil. Hat ein Hörer was zu sagen, ruft er mich einfach live in der Sendung an. Das kommt dann natürlich im Livestream und im Podcast. Dabei können Leute aus 5 verschiedenen Ländern bei den Call Ins mitmachen. Auch Livekommentare beziehe ich, wenn sie sinnvoll sind, mit ein.
8. Dein Podcast ist ja kein klassischer Personal-Podcast, sondern kommentiert aktuelle Ereignisse und spielt Podsafe-Music. Wie lange dauert die Produktion einer Episode, angefangen vom Suchen der Themen, der Musik bis hin zur Veröffentlichung?
Eigentlich verwende ich dazu den ganzen Tag. Ich lese jeden Morgen um die 7 bis 8 Onlineausgaben von Zeitungen. Das mach ich, seitdem ich in einer Radioredaktion damit angefangen habe. Zusätzlich läuft der Infokanal im Radio und verschiedene Podcasts auf Hochtouren. Alles konsumiere ich.
Dann wird kurz vorher noch die Musik rausgesucht und dann gehts los. Ich spiele die Musik in der Reihenfolge, die mir während der Sendung einfällt und auch die Themen kommen, wie sie eben kommen. Es gibt kein Konzept, keinen Themenzettel. Alles ist komplett spontan. Vor mir seh ich nur ein offenes CastBlaster mit einer Zeitanzeige.
9. Da du viel Arbeit in den Podcast steckt, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass du gewollt bist etwas mit dem Podcast zu verdienen. Falls ja, was für Erfahrungen machst du? Ist es überhaupt möglich mit dem Podcast Geld zu verdienen oder muss man versuchen mit dem Blog etwas zu verdienen?
Es ist möglich mit dem Podcast Geld zu verdienen. Leider denke ich hat man aber in Deutschland einen riesen Fehler gemacht. Hier setzen die Agenturen, die Podvertising anbieten, auf ganz normale Spotwerbung.
Innovativer finde ich das Trigami-Konzept, bei dem man das Produkt rezensiert. Sowas in Audio transportieren und schon, denke ich, würden mehr Kampagnen laufen. Außerdem könnte ich mir eine Verbindung zwischen Werbung im Blog und dem Podcast vorstellen. Sozusagen ein Banner auf der Website und ein Spot im Podcast. Bei mir sind schon einige Podcastkampagnen gelaufen, die mir gezeigt haben, dass man da durchaus Geld verdienen kann.
Zur Zeit verdiene ich mit dem Blog aber mehr. Zum Beispiel durch Textlinkvermarktung. Da sind bei mir regelmäßig fast alle Plätze ausgebucht. Außerdem schreibe ich Textrezensionen, veröffentliche Pressetexte oder binde Display Ads von Trigami ein. Da kommt schon ein kleiner Zusatzverdienst im Monat zustande.
10. Abschließend noch eine Frage: Gibt es Zukunftspläne für deinen Podcast?
Ja - weiterpodcasten. Ich würde es gern irgendwann mal schaffen, jeden Tag Feedback zu bekommen. Im Moment wird es schon mehr, aber ich denke noch mehr ist machbar. Ich hätte gern einen Podcast, über den man redet.
Außerdem würde ich gern mal vom Podcasting und Blogging leben können, wo ich mich dort verwirklichen kann.

















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Also mal ehrlich, für mich immer sehr interessant die Technik von anderen kennen zu lernen. Und ich stelle fest, fast alle fangen mal so einfach so an und enden in einer richtig geilen Kondenser-Technik mit Mischpult.
Aber das Beste bei Christoph ist der Weihnachtslichtbogen g
Ein Wunsch kann erfüllt werden. Ich rede jetzt über Christoph’s Podcast, weil ich kannte ihn vorher nicht.
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