[Interview] Girls’ Day 09 an der Uni Osnabrück
Am Zukunftstag für Mädchen am 23.April 2009 haben Kristine Greßhöner und andere Mädchen in die Universität Osnabrück eingeladen, um mit ihnen gemeinsam Podcasts zu produzieren. Kristine, die selbst den “Krimikiste” Podcast produziert, berichtet von diesem Tag. Eine super Idee, die hoffentlich nächstes Jahr wieder aufgegriffen wird!
1. Wer bist du eigentlich?
Meine Name ist Kristine Greßhöner (27) und ich produziere seit November 2007 den Podcast „Krimikiste – Bücher im Visier“. Darin stellen mehrere Gastsprecher und ich Kriminalromane und Thriller vor und bewerten sie. Beruflich geht’s bei mir um alles, was mit E-Learning zu tun hat: Als Mediendidaktikerin im virtUOS berate ich Lehrende, also Dozentinnen und Dozenten an der Uni Osnabrück.
2. Wer hatte die Idee, am Zukunftstag mit Mädchen zu podcasten? Und wie ist er / seid ihr darauf gekommen?
Da es mein Hobby ist und das technische Equipment an unserer Hochschule ganz gut aufgestellt ist, kam mir die Idee sofort! Zudem habe ich bereits mit ausländischen Gaststudierenden gearbeitet, die sich das erste Mal als Medienschaffende versuchten. Und da dies so gut geklappt hatte, lag es nahe, mit den 11-15-jährigen Mädchen den Workshop „Deine Stimme im Internet“ durchzuführen.
3. Sind Podcasts in der Uni Osnabrück generell ein Thema, oder wird dieses Medium noch sehr stiefmütterlich behandelt?
Man könnte sagen, dass wir als virtUOS, also als Zentrum für Informationsmanagement und
virtuelle Lehre, schon einen Schritt weiter sind… Wir grübeln jetzt schon, wie man die Podcasts und Videocasts weltweit zugänglich macht und was man noch alles damit anstellen kann. Unser Vorstandsmitglied Prof. Dr. Vornberger mit seiner Algorithmus-Vorlesung in iTunes ist dafür ein Beispiel, zudem bieten wir im Lernfunk-Portal Podcasts und Videoaufzeichnungen an und veranstalten am 2. und 3. September 2009 die Tagung Podcast University.
4. Hatten die Mädchen Probleme zu verstehen was Podcasts sind?
Ein, zwei Hörbeispiele abzuspielen, ein Podcast-Portal und ein paar Weblogs zu zeigen, das hat schon ausgereicht. Ich war selbst überrascht, wie schnell die Mädchen das Vorgehen, die Technik und die Anforderungen verstanden haben. Mit ein wenig Hilfestellung von meinen Kollegen und mir haben sie Audacity, die Aufnahme- und Schneidesoftware, und das Wordpress-Blog selbst bedient. Das ging alles blitzschnell, quasi kinderleicht!
5. Haben die Mädchen erzählt, ob sie schon vorher in Kontakt mit Podcasts gekommen sind?
Einen eigenen MP3-Player besaßen fast alle, die meisten einen iPod, aber keine der zwölf Teilnehmerinnen hatte einen Podcast abonniert. Den meisten war das kein Begriff, bis sie den Vergleich zur „Radiosendung auf Abruf“ von mir hörten.
6. Was hat die Mädchen besonders interessiert / fasziniert?
Ganz klar: Ihre eigene Stimme aufzunehmen und dann anzuhören. Der Gedanke, dass sie selbst im Internet öffentlich zu hören sein werden, das hat am meisten für Aufregung gesorgt. Und als nächstes natürlich die Frage: Wie bereite ich mein Lieblingsthema abwechslungsreich und interessant auf? Die Themen hatte ich teilweise vorgeschlagen, eigene Ideen brachten die Mädchen aber reichlich ein: Von der Model-Casting-Show über die Vampir-Buch-Reihe hin zu Musikinstrumenten. Besonders bemerkenswert finde ich die szenische Lesung, mit Musik unterlegt, die sie sich selbst ausgedacht haben. Die Diskussionen, welche Versprecher und welches Husten noch herauszuschneiden seien, waren sehr lebhaft – alle waren mit Feuereifer bei der Sache!
7. Wie ist dieser Zukunftstag abgelaufen? Gab es Reaktionen der Lehrer oder Eltern?
Eine Mutter hatte sich an mich gewandt, ihre Tochter und zwei Freundinnen hätten während der vier Stunden sehr viel Spaß gehabt und würden dies gern zu Hause fortführen. Direkten Kontakt mit Lehrern hatte ich leider keinen, ich könnte mir aber gut vorstellen, neue Kooperationen und Projekte in Schulen anzustoßen und zu begleiten. Das Potenzial von Podcasts ist ja bemerkenswert: Die Kinder setzen sich mit Sprache, Ausdruck, Gestaltung, der Technik und dem Internet auseinander und stärken so ihre Medienkompetenz. Anders als bei Video-Aufnahmen ist die Barriere nicht so hoch, denn niemand muss sich für einen Pickel schämen – bei Teenagern ein nicht zu unterschätzendes Thema. Zudem ist die eigene Stimme ein Werkzeug, über das jeder verfügt – auf Kinder wirkt das gesprochene Wort viel stärker als das geschriebene.
8. Ist geplant, diese Idee nächstes Jahr wieder aufzugreifen?
Der Zukunftstag wird zentral vom Gleichstellungsbüro organisiert, das heißt wir sind ein Angebot von vielen an der Uni. Ich persönlich würde den Podcast-Workshop für Kinder im kommenden Jahr gern erneut anbieten und dabei versuchen, noch mehr die Diskussionen in die Audio-Aufnahmen einfließen zu lassen.
Vielen Dank für deine Antworten!
Die Aufnahmen des Girls Day 09 finden sich hier.
















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Hallo, der Link zur Krimikiste hat sich geändert in: http://www.krimikiste.com/ Wäre nett, wenn Du es austauschen könntest. Danke und Grüße, Kristine
@Kristine: Entschuldige, ich habe gerade erst mal wieder in den Admin-Bereich geschaut. Der Link wurde geändert!
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